Der erste Gehversuch mit eigenem Hopfen.

Auf der Suche nach einer für das Bierbrauen tauglichen Hopfensorte welche auch unter 'normalen Umständen' im Garten kultiviert werden kann, bin ich auf den Zwerghopfen namens 'Gimli' gestossen.
Die Eigenschaften vom Gimli sind vergleichbar der Hopfensorte "Merkur". Hintergrundinfo bzw. Bezugsquellen sind z.B. hier:
...Gimli oder ...Gimoli".

Hier ein paar Stationen der bisherigen Reise:

Oktober 2024: Pflanzung der Setzlinge (10cm).

Mitte August 2025 (kw33): Blüten bilden sich.


Ende August 2025 (kw34): weibliche Blüten stehen.



Anfang September (Ende kw36): erste Ernte, handgepflückt am Strauch

Erntereif und das benötigte Lupulin ist sichtbar (gelbe Körnchen)


Setup und fleissige Helfer...



Ergebnis und Folge: mit dem erntefrischen "grünen" Hopfen wird am gleichen Tag noch ein Pils gebraut: "Grüner Gimli vom Acker" soll es heissen.


Am Folgetag erfolgt eine zweite Ernterunde, diesmal aber zur Einlagerung des Hopfens. Es werden jetzt ganze Zweige abgeschnitten und dann am Tisch die Dolden gezupft. Das geht schneller...
Der Hopfen wird getrocknet (2h bei 60°C im Dörex), vakuumiert und dann eingefroren.





Mitte September 2025 (Ende kw37): dritte, finale Ernterunde

Auch die letzten Zapfen sind jetzt erntereif.

Auch dieser Hopfen wird getrocknet, vakuumiert und eingefroren.




zum Ende Oktober 2025 (Ende kw42): Rückschnitt und bereit machen zur Winterruhe



Ende Oktober 2025 (Ende kw44), 54 Tage nach dem Brauen -> wir haben Trinkreife erreicht! Es schmeckt!



Ein paar Eckdaten zum Rezept "Grüner Gimli vom Acker":

Hauptguss: 12.75L Nachguss: 12.4L
Schüttung: Pilsener Malz: 3.75kg CaraMalz (Hell): 0.15kg
Maischplan: Einmaischen bei 57°C Rast1: 57°C 5 Min, Rast2: 63°C 45 Min, Rast3: 72°C 20 Min, Abmaischen: 78°C
Kochdauer: 90Min
Hopfengaben (ausschließlich Gimli grün): Vorderwürze: 120gr, Kochen: 225gr 80 Min nach Kochstart, Hopfenstand (80°C) 150gr für 10 Min
Hefegabe: Diamond Lager 15gr
Gärführung: 16 Tage bei 8°C, dann 1 Tag Cold-Crash bei 2°C
Abfüllung mit 0.75gr Zucker/L zur Rekarbonisierung, Nachgärung 7 Tage bei 19°C, Reifung bei 8°C 30 Tage


April 2026 -> der Hopfen treibt wieder aus. Zeit zum Einhegen.

Es gehen Triebe nach oben und seitwärts (freigelegt im 2. Bild).
Um die Kontrolle einigermassen über das Gewächs zu behalten, reduziere ich die Anzahl der nach oben gehenden und entferne die seitwärts gerichtetetn Triebe unter der Oberfläche.


Die entfernten Triebe können als Stecklinge zur Vermehrung genutzt werden, aber sie sind als sogenannter "Hopfenspargel" aus essbar:
waschen, 5-10 min in gesalzenem Wasser kochen und dann weiter verarbeiten. Hier als Zutat in einer Pasta-Sauce für Linguine.