An dieser Stelle folgen ein paar Ideen zum Umgang mit dem Treber.
Schon irgendwie schade, dass mit dem Treber nach dem Abmaischen nicht so richtig viel anzufangen ist. Ein bisschen 'verbacken' funktioniert aber schon,
dazu hier ein paar Erfahrungen/Rezepte. Meine beiden Favoriten näher beschrieben weiter unten, es lässt sich aber auch einiges im Netz finden, z.B. hier:
"Treberrezepte beim BesserBrauer.de".
Treberbrot
Ein einfaches, funktionierendes Rezept für ein Treberbrot habe ich dem (sehr zu empfehlenden!) Buch von Ferdinand Laudage
"Craft Bier einfach selber brauen" entnommen:
Zutaten:
250 gr Treber
500 gr Weizenmehl
250 ml Bier
1 Pkg Trockenhefe
1 Teelöffel Salz
Alle Zutaten vermengen und durchkneten, bis ein Teig entsteht. Anschließend im Warmen circa 1 Stunde gehen lassen.
Den Brotteig entweder in einer Kastenform oder zu einem Laib geformt 1 Stunde bei 220°C (Ober-/Unterhitze) backen. Als zusätzliche Zutaten eignen sich auch noch angedünstete Zwiebeln und Speck.
In meinen Fällen habe ich immer Vollkornmehl und Frischhefe verwendet, ansonsten wie beschrieben. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und schmecken:
Im Grunde funktioniert das Hinzufügen von Treber zu einem Brotteig nach meiner Erfahrung immer, solange der Anteil des Trebers ein Drittel der Mehl/Getreidemenge nicht überschreitet.
Ich habe auch Sauerteigbrote damit angereichert und auch verschiedene Mischbrote ausprobiert, alles funktioniert grundsätzlich.
Treber-Dinkel-Mohnbrötchen
Motiviert durch zur Zeit wirklich unfreundliche Brötchenpreise beim Bäcker habe ich etwas zum Thema Brötchen ausprobiert. Hier das Rezept:
Zutaten:
100 gr Treber
400 gr Dinkelmehl Typ 630
~12 gr Salz
~8 gr Zucker
~ 8 gr frische Hefe
~370ml Wasser
Blaumohn
In ~200ml lauwarmes Wasser die Hefe zerbröseln und auflösen. Treber, Mehl, Salz und Zucker in eine Schüssel geben und mischen.
Jetzt das Wasser mit der gelösten Hefe dazugeben und mit einem Holzlöffel verrühren. Unter Rühren das restliche Wasser dazugeben bis das Wasser gebunden ist.
Der Teig wird nicht geknetet. Bei der Zugabe des Wassers zusehen, dass der Teig alles Wasser bindet aber auch nicht zu flüssig wird.
Die Schüssel verschliessen und mit geschlossenem Deckel 8..12 Stunden im Kühlschrank gehen lassen.
Nach der Reifezeit den Ofen auf 240°C (Unterhitze, Umluft)vorheizen. Eine ofenfeste Schale auf den Ofenboden stellen und mit erhitzen lassen
(ich nutze dafür eine kleine Edelstahlschale wo zusätzlich noch ein paar Edelstahlschrauben drin liegen,
da hat es später mehr heisse Oberfläche zum Verdampfen des Wassers für eine schöne Kruste).
Den gereiften Teig auf eine gemehlte Arbeitsfläche gleiten lassen und in 8 gleich große Brötchen teilen.
Die Teiglinge nach Gusto in Blaumohn wälzen und auf ein Backpapier setzen.
Das Blech in den Ofen schieben und Wasser in die Schale geben sodass Wasserdampf entsteht. Die Brötchen ca 20 Minuten kross backen.
So sieht der gerührte Teig aus bevor es in den Kühlschrank geht:
So sieht es nach 8...12 Stunden aus:
Portionieren und in Form bringen:
Fertig für den Ofen:
Fertig für's Frühstück (oder so...):
Lagerung
Am besten verarbeitet man den Treber frisch. Eine Nacht im Kühlschrank funktioniert auch nach meinen Erfahrungen.
Aber spätestens dann muss man ihn portionsweise einfrieren oder anderweitig verklappen (Biotonne) oder weiterreichen (mancher Hühnerbesitzer oder Landwirt im Veredelungsbetrieb nimmt den Treber eventuell auch).
Eingefrorener Treber muss rechtzeitig vor der Verarbeitung aufgetaut werden. Bei manchen Rezepten bietet es sich an, ihn auch vorher getrocknet zu haben.
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